Aleksej Gaskarow

Aleksej Gaskarow, geboren 1985, schloss im Jahr 2007 sein Studium an der

Finanzakademie der russischen Regierung ab und arbeitete im Folgenden als

Wirtschaftsberater. Seit Anfang der 2000er ist er politisch aktiv. Ab 2006

leistete der praktische Solidaritätsarbeit für soziale Bewegungen in

Zusammenarbeit mit dem „Institut für kollektive Aktion“ (IKD). Außerdem

wurde Gaskarow zum Sprecher der antifaschistischen Bewegung. Der

Inlandsgeheimdienst FSB und das Zentrum für Extremismusbekämpfung

interessierten sich ausgiebig für ihn. Am 28. Juli 2010 wurde er als

Journalist der IKD-Webseite Zeuge eines Angriffs von Aktivistinnen und

Aktivisten aus dem anarchistischen und dem Antifaspektrum auf das Gebäude

der Stadtverwaltung im Moskauer Vorort Chimki, der als Reaktion auf

Waldrodungen für eine nahegelegene Mautautobahn erfolgte. Am folgenden Tag

wurde Gaskarow wegen Verdachts auf Hooliganismus festgenommen und

verbrachte mehrere Monate in U-Haft. Er legte kein Schuldgeständnis ab und

wurde am 22. Oktober 2010 schließlich gegen Auflagen aus der Haft gelassen.

Am 24. Juni 2011 sprach ihn das zuständige Gericht in Chimki frei. In

höherer Instanz wurde die Freisprechung bestätigt. Im April 2012 ordnete

ein Gericht eine Schadensersatzzahlung des russischen Finanzministeriums an

Gaskarow von umgerechnet 1250 Euro wegen unrechtmäßiger Strafverfolgung an.

Das Geld wurde allerdings nie ausbezahlt.

Am 6. Mai 2012 nahm Aleksej Gaskarow am „Marsch der Millionen“ teil.

Während der gewaltsamen Auflösung der genehmigten Demonstration auf dem

Bolotnaja-Platz richtete er an einen prügelnden OMON-Angehörigen die Frage:

„Was soll das?“ Als Antwort erhielt er einen Hieb mit dem Schlagstock ins

Gesicht, dann wurde er zu Boden geworfen und mit den Füßen geschlagen.

Gaskarow trug eine Kopfwunde davon und verlor beinahe das Bewusstsein. In

der Ambulanz des Moskauer Vorortes Zhukowskij, seinem Wohnort, wurde seine

Wunde mit drei Stichen genäht.

Am 28. Mai 2012 stellte Gaskarow beim Chef des Moskauer

Ermittlungskomitees, Vadim Jakowenko, Strafanzeige wegen Körperverletzung

durch OMON-Angehörige und Amtsmissbrauch. Allerdings konnte er die

Angreifer nicht eindeutig ausmachen, da sie keine Erkennungszeichen an der

Brust trugen und ihre Gesichter durch Schutzhelme verdeckt waren. Dennoch

wäre es möglich sie anhand von Foto- und Videoaufnahmen zu identifizieren.

Die Anzeige blieb jedoch unbearbeitet.

Im Oktober 2012 wurde Aleksej Gaskarow als Kandidat der Linken in den

Koordinationsrat der Opposition gewählt, deren Liste er mit beinahe 23

Tausend Wählerstimmen anführte.

Ende März 2013 wurde er außerdem in den Volksrat von Zhukowskij gewählt –

dem ersten alternativen städtischen Selbstverwaltungsorgan in der neueren

Geschichte Russlands. Bei den Wahlen nahm er den dritten Platz ein.

Am 28. April 2013 erfolgte seine Festnahme als Verdächtiger im

Strafverfahren wegen sogenannter „Massenunruhen“ auf dem Bolotnaja-Platz.

Im Ermittlungskomitee „identifizierten“ ihn zwei Zeugen, deren Identität

geheim gehalten wird. Die Anschuldigung gegen Gaskarow lautet auf Teilnahme

an Massenunruhen (Artikel 212 Absatz 2 StGB RF) und Gewaltanwendung

gegenüber Staatsvertretern (Artikel 318 Absatz 1 StGB RF). Die Ermittler

behaupten, Gaskarow hätte auf dem Bolotnaja-Platz eine „Gruppe Personen

angeführt, die sich aktiv an den Massenunruhen beteiligt haben“, außerdem

soll er angeblich einen Polizisten geschlagen haben, der Demonstranten

festgenommen hat.

Gaskarows Anwältin Swetlana Sidorkina arbeitet für die Assoziation „Agora“.

2 Kommentare

  1. Углев Владимир

    СУКИ во власти и и фашисты в полицейской форме запомните: НЕ ЗАБУДЕМ – НЕ ПРОСТИМ!!!

  2. Office Max sale ad

    heehee–thanks for the ra-ra, Ra!

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